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davor, schnell zu Rassisten gestempelt zu werden. Daher wollten wir ihnen die
Möglichkeit bieten, durch „Belohnung“ anderer Zuwanderergruppen zu „bewei-
sen“, daß sie keine generellen Fremdenfeinde wären. Im Falle einzelner Zuwan-
derergruppen hätten sie somit leichter die Möglichkeit zur Kritik: „Ich habe 5
Zuwanderergruppen positiv bewertet, nur die Afrikaner negativ, also kann man
nicht sagen, daß ich generell etwas gegen Zuwanderer habe!“. Dieser Ansatz
erwies sich als richtig. Angst vor der Verurteilung als Rassist führt auch dazu,
daß bevorzugt neutrale Antworten als entschieden negative gegeben geben. Der
Vergleich mit anderen Zuwanderergruppen bietet hier die Möglichkeit, bei neu-
tralen Antworten für Afrikaner, aber bei positiveren für andere Zuwanderer-
gruppen, Hinweise auf unterschiedliche Wertung und Akzeptanz von Zuwande-
rern zu finden. Als Zuwanderergruppen wählten wir:
Tabelle 1: Abgefragte Zuwanderergruppen
Zuwanderer
Religion
Region
Wohlstand
Afrikaner
islamisch-christlich
Afrika
sehr gering
Türken
Islam
Naher/Mittl. Osten
gering
Araber
Islam
Naher/Mittlerer Osten gering bis hoch
Japaner
andere
Ferner Osten
hoch
Chinesen
andere
Ferner Osten
gering
Jugoslawen
christlich
Europa
mittel bis gering
Italiener
christlich
Europa
hoch
Mit der Auswahl dieser 7 Zuwanderergruppen sollte untersucht werden,
welche Rolle die Herkunftsreligion bei der Wertschätzung von Zuwande-
rern spielt (kulturelle Distanz);
welche Rolle der relative Wohlstand bzw. die Entwicklungsdynamik der
Herkunftsregion bei der Zuschreibung von Attributen spielt, die die Auf-
nahme in verschiedene Bereiche erleichtern oder erschweren können;
ob sich Zusammenhänge zwischen relativer Bekanntheit einer Kultur und
ihrer Akzeptanz nachweisen lassen.
Eine Reihe von Personen vermied es gänzlich, auf Fragen zu beliebigen Zu-
wanderergruppen negativ zu antworten, differenzierte aber zwischen neutralen
und positiven Antworten. Wenn auf die Frage, ob Afrikaner intelligent seien,
der Befragte mit „Weiß nicht, neutral“ antwortet, bei der Einschätzung der In-
telligenz von Japanern jedoch mit „eher schon“, dann liegen hier Hinweise auf
die Annahme psycho-biologischer Unterschiede zwischen Japanern und Afrika-
nern vor, die als biologischer Rassismus gedeutet werden könnten. Wir waren
daher nicht nur an den absoluten Antworten interessiert, sondern vor allem auch
an den Differenzierungen zwischen den Zuwanderergruppen.