Afrikaner und Politik
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Anlehnung an Positionen der FPÖ in Zuwanderungsfragen ständig an Populari-
tät und Wählerstimmen und mußte sich wahltaktisch umorientieren. Die Ge-
meinderatswahlen 2001 waren somit eine Art Testballon, ob man auch mit mehr
Offenheit gegenüber Zuwandern stimmenmäßig gewinnen könne. Darüber hin-
aus hoffte man natürlich, beim hohen Prozentsatz eingebürgerter Zuwanderer
punkten zu können
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Der Wirtschaftswissenschaftler und Leiter des Migrantenforums Sin-
tayeho Tsehay trat bei den Gemeinderatswahlen 2001 für die SPÖ Wien an, der
Mittelschullehrer Damien Agbogbe für die Grünen. Obwohl beide in ihren Be-
zirken an chancenloser Position kandidierten, war ihr Antreten dennoch ein
wichtiges Signal für die afrikanische Gemeinschaft, die nun anerkannte afro-
österreichische Führungspersönlichkeiten auf den gleichen Plakatwänden wie-
derfand, auf denen noch zwei Jahre zuvor die FPÖ Afrikaner mit Drogenhandel
gleichsetzte und Haider und Prinzhorn als „echte“ Österreicher propagierte.
Interview mit den beiden Kandidaten
Frage: Warum wurden Sie Kandidat Ihrer Partei und nicht anderer Parteien?
Tsehay (SPÖ): Das hat großteils historische Gründe. Ich war immer ein großer
Bewunderer von Bruno Kreisky und schätzte auch die Antiapartheid-
Unterstützung der SPÖ sehr. Ich hätte mir nicht vorstellen können, für die Grü-
nen zu kandidieren, weil ich deren Tendenz der Bevormundung, ihren ständigen
Appell an Mitleid mit Afrikanern, den Caritas-Effekt, die bedingungslose Ver-
teidigung der Afrikaner - egal ob diese recht haben oder nicht - problematisch
finde. Sie zeichnen auch die österreichische Gesellschaft als undifferenziert
feindselig gegenüber Zuwanderern, was ich anders sehe. Die FPÖ ist aus be-
kannten Gründen für afrikanische Kandidaten kaum vorstellbar. Die ÖVP wur-
de mir vom ehemaligen Abgeordneten Ermacora verleidet, der eine bedenkliche
Einstellung zum Apartheidregime aufwies.
Agbogbe (Grüne Alternative): Beim Vergleich der drei in Frage kommenden
Parteien (LIF, SPÖ und Grüne) sind mir die Grünen am sympathischsten, weil
sie am überzeugendsten für die Würde aller Menschen eintreten. Bei den Libe-
ralen gibt es ebenfalls Ansätze für den Einsatz für Menschenrechte, aber ich
kann mich mit ihrem Eintreten für Marktliberalismus nicht anfreunden. Die So-
zialisten haben mich sehr enttäuscht, weil sie mitverantwortlich für die heutige
schlechte Situation von Afrikanern sind, wovon auch die FPÖ stark profitierte.
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Profil, 19. März 2001, Seite 24. Die Stimmen des Islam. In Wien werden die Moslems als
Wählerschichten entdeckt. SPÖ, ÖVP und Grüne rittern um gut 100.000 muslimische Stimmen.
Einen derartigen Zuspruch hätten sich die Vertreter der "islamischen Union" nicht erwartet. vor
ein paar Wochen luden sie die Anrainer des 5. Wiener Gemeindebezirkes zu einem Tag der offe-
nen Tür in eine kleine Moschee. [..]Neben zwei Grünen waren gezählte 13 Vertreter der SPÖ in
die Moschee geströmt, an der Spitze Integrationsstadträtin Renate Brauner, der rote Bezirksvor-
steher und fünf Bezirksräte.