Afrikanische Zuwanderer
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verstanden wird und sie daher für die Verständigung auf das Erlernen der deut-
schen Sprache angewiesen sind. Anglophone finden einen leichteren sprachli-
chen Einstieg in die österreichische Gesellschaft, da sie sich mit vielen Österrei-
chern auf Englisch unterhalten können. Dadurch sinkt ihre Motivation des Er-
lernens der deutschen Sprache. Dies ist ein Fluch, da die schlechten Deutsch-
kenntnisse viele anglophone Afrikaner auch noch nach vielen Jahren zu Außen-
seitern machen, was sich spätestens am qualifizierten Arbeits- bzw. Woh-
nungsmarkt rächt. Auch nach 5 Jahren spricht nur die Hälfte aller Anglophonen
besser Deutsch, auch nach 9 Jahren ist die Sprachbeherrschung von 1/5 aller
Anglophonen immer noch ungenügend, was nur auf jeden 13. Frankophonen
zutrifft. Die relativ schlechten Sprachkenntnisse berauben viele afrikanische
Zuwanderer einer Reihe von Chancen. Sie verstärken den Eindruck, daß sie
kein Interesse an Integration hätten. Auch aus sprachlichen Gründen bleiben sie
eher in afrikanischen Freundeskreisen und neigen dadurch verstärkt zur Legen-
denbildung bei Vorurteilen, da sie bei verbalen Äußerungen mehr auf Vermu-
tungen als auf Wissen über die Bedeutung der Aussagen angewiesen sind
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.
Auf den ersten Blick findet sich kein meßbarer Zusammenhang zwi-
schen sprachlicher Integration und Partnerschaften mit Österreichern. Besser
und weniger gut Deutschsprechende haben fast genauso häufig Partnerschaften
mit Österreichern, 45,3% der Anglophonen haben österreichische Partner, aber
nur 41,2% der Frankophonen. Die Entscheidung für den Spracherwerb hängt al-
so nicht nur mit Gelegenheiten, sondern auch mit Einstellungen zusammen. Da-
zu mag beitragen, daß gleichzeitig mit der Entscheidung für einen afrikanischen
Partner häufig ein Rückzug aus gewohnten Freundes- und Familienkreisen statt-
findet. Besonders die Familien der österreichischen Partner reagieren oft eher
negativ auf afrikanische Partner, was zur Abnahme deutschsprachiger Kontakte
und dadurch auch zum Verlust von Gelegenheiten zum Erlernen der Sprache
führt. Doch scheinen Frankophone die Chance des deutschsprachigen Partners
besser zu nutzen: 71,2% der Frankophonen, aber nur 50% der Anglophonen mit
österreichischem Partner sprechen besser Deutsch.
Afrikaner mit besseren Deutschkenntnissen scheinen in allen wesentli-
chen Integrationsbereichen deutlich bessere Erfahrungen zu machen. Die Ver-
ständigungsmöglichkeit scheint dabei Vertrauen aufzubauen, welches einen
Abbau von Vorurteilen begünstigt:
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Das erlebte auch ich u.a. bei einem Artikel im Standard (19.5.1999: Schwarze und Blaue Ag-
gression). In diesem kritisierte ich die Bemerkungen einer FPÖ-Politikern über die „natürliche
Aggressivität“ der Afrikaner. Die Ironie meiner Aussagen wurde von einzelnen Afrikanern nicht
erkannt, was mir den Vorwurf rassistischer Aussagen eintrug. Der Artikel ist unter
http://www.afrika-wien.at/pub-down.htm nachzulesen.