Afrikanische Studierende
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Nationalitäten, Gruppierungen und Vereinen werden Studierende aus Afrika an
österreichischen Universitäten als homogene Gruppe wahrgenommen. Wenn
ÖsterreicherInnen auf AfrikanerInnen zugehen, verschwindet auch an den Uni-
versitäten die Ratio allzu oft hinter provinziellen Vorurteilen oder Unwissen-
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. Die Hautfarbe ist hier ausschlaggebend, ob jemand dazugehört oder
nicht, zu Lerngruppen eingeladen wird oder mit seinen Fragen an afrikanische
KollegInnen verwiesen wird, von Polizisten auf dem Nachhause Weg perlu-
striert oder in der U-Bahn von Süchtigen belästigt wird. Den Anderen nicht
mehr als "Afrikaner" wahrzunehmen, sondern als Menschen wie jeden anderen
auch, ist an den österreichischen Universitäten am Beginn des 3. Jahrtausends
noch nicht selbstverständlich. Rückständig sind hier eher die Studierenden und
Professoren, die noch nicht begriffen haben, daß im Zeitalter der Globalisierung
Wissenschaft nicht mehr an der Hautfarbe festzumachen ist, und nicht die afri-
kanischen Intellektuellen.
Afrikanische Studierende - eine "kleine" Größe
Seit 1993 verringert sich die Anzahl von Studierenden aus außereuropäischen
Entwicklungsländern stetig. Die Zahl ging von 5446 Studierenden im Studien-
jahr 1993/94 auf 4475 ordentliche HörerInnen im Studienjahr 1999/2000 zu-
rück
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. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war die gesetzliche Neuregelung
des Aufenthaltes und des Zuzuges von Ausländern 1993 und 1997. De facto
wurde für Studierende aus Staaten, die nicht der europäischen Union angehören
ein sozialer Numerus Clausus eingeführt. Wer weniger als 70.000 Schillinge
pro Jahr vorweisen kann oder keine Verwandten oder Bekannten hat, die eine
Verpflichtungserklärung unterschreiben, hat seit 1993 als Studierender in Öster-
reich nichts mehr zu suchen. An dieser finanziellen Hürde scheitern insbesonde-
re Frauen. Ihre Ausbildung hat hinter der der männlichen Nachkommenschaft
meist Nachrang. Da im Aufenthaltsgesetz die Form des Nachweises finanzieller
Mittel nicht festgelegt ist, sondern dem Ermessen der zuständigen österreichi-
schen Behörde überantwortet, ist der willkürlichen Handhabung der Erteilung
von Aufenthaltsbewilligungen Tür und Tor geöffnet. Besonders die österreichi-
sche Botschaft in Nigeria fällt wenig überraschend durch besonders restriktive
Erteilung von StudentInnenvisa auf. Mit Ermessensregelungen läßt sich der Ge-
setzgeber Spielräume zur Steuerung studentischer Migrationsströme offen. Auf-
grund der in den letzten Jahren zunehmenden Ressentiments, überrascht es, daß
sich die Zahl der Studierenden aus Subsahara-Afrika gegen den Trend entwik-
kelte und in absoluten Zahlen leicht anstieg. Seit 1993/94 hat sich ihre Zahl von
525 auf 597
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geringfügig erhöht. Was in absoluten Zahlen eher als Stagnation
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Vgl. Harald Pichlhöfer, Typisch Afrika. Eine semiotische Studie. Wien 1999.
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Quelle: Österreichische Hochschulstatistik und vorläufige Statistiken des BUWK.
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Davon sind rund 17% Frauen.