Fremdenablehnung 33
Intolerante: 14% der europäischen Bevölkerung werden dieser Gruppe zu-
gezählt, die sich durch die Anwesenheit von Minderheiten gestört fühlt und
auf einer Assimilation der Zuwanderer besteht. Sie wünscht eine Rückfüh-
rung von Migranten und sehr strenge Einwanderungsgesetze;
Ambivalente: 25% der EU-Bevölkerung fühlen sich nicht gestört, nehmen
aber keinen positiven Einfluß von Minderheiten auf die Gesellschaften an.
Sie bevorzugen ebenfalls die Assimilation von Zuwanderern;
Passiv Tolerante: 39% der EU-Bevölkerung sehen positive Auswirkungen
von Minderheiten auf die Gesellschaft, fordern keine Assimilation, unter-
stützen aber keine minderheitenspezifischen Hilfsmaßnahmen;
Aktiv Tolerante: 21% der EU-Bevölkerung halten die Existenz von kulturell
eigenständigen Minoritäten für wünschenswert und bereichernd und unter-
stützen darüber hinaus aktive Hilfsmaßnahmen für Minoritäten wie antiras-
sistische Aktivitäten.
Österreich schneidet bei dieser Studie im Mittelfeld der EU-Länder ab. 12% der
Österreicher sind intolerant (gegenüber 25% der Belgier bzw. 4% der Spanier);
30% sind ambivalent; 37% sind passiv tolerant und 20% sind aktiv tolerant (ge-
genüber 33% in Dänemark und Schweden bzw. 7% in Griechenland).
Compared to other EU Member States, respondents in Austria occupy a
median position in most rankings; some attitudes towards minorities are
slightly more negative than the EU average. (SORA 2001:11)
In Österreich hängt Fremdenfeindlichkeit nach der erwähnten SORA-Studie be-
sonders eng zusammen mit (in absteigender Rangordnung)
der Intensität von Beziehungen mit Menschen anderer Nationalitäten (je sel-
tener, desto größer die Ablehnung);
dem Wahlverhalten, wobei FPÖ-Wähler besonders schlecht abschneiden;
erfahrener Arbeitslosigkeit (erhöht Ablehnung);
dem Bildungsgrad (ein höherer vermindert Ablehnung).
Bei dieser Eurobarometer-Studie mit 1000 Befragten/Land schneiden die Öster-
reicher überdurchschnittlich schlecht bei der Akzeptanz von Arbeitssuchenden
aus Osteuropa und bei der Zuwanderung anderer EU-Bürger ab. Deutlich gefal-
len gegenüber der Umfrage von 1997 ist die Zustimmung zu einer multikultu-
rellen Gesellschaft (von 71% auf 52%).
Die Soziologin Hilde Weiß (1999:39) sieht bei ihrer Österreich-Umfrage dar-
über hinaus noch als wichtige Faktoren der Fremdenfeindlichkeit
das Alter (mit zunehmendem Alter steigt die Ablehnung);
den Lebensraum (im ländlichen Bereich ist die Ablehnung von Zuwande-
rern größer).